am donauufer
T. u. M.: Hannes Urdl
am donauufer
am rucken liegen
auf runde bunte stana
der blick schweift frei auf große kronen
von erlen- und weidenbama.
aus schillernde blattln
grün, grau, silberforben
werdn inseln -
a ganz neiche welt.
und da himmelsozean
mit sein sottn blau
der hot si inmittn
einigstöllt.
beim treibholz dort
am toten orm
do hob ma uns
valorn
und toge später
in stillen stunden
hob ma einanda
wieder gfunden
i werd mi net irren
es wird wieder sein
daß ma uns nochamol
valiern
und noch ana zeit
wann - sehn nur die blinden
do werden wir zwa uns zwa
wieder finden.
frau und mann
auf und zua
und noh sein - ganz noh sein
manchmal bis in olla fruah
und wieder entfernen - erkennen -
benennen und spüren
für´n augenblick is es gnua.
mann und frau
nah und fern
der mars und die venus
san zwa ganz vaschiedene stern
am himmel
unter dem die leute staunend stehen
und si frogn: wohin sull i heute gehen.
die weinstöck san
einigwochsn in berg
in langen woogrechten zeilen
überziagn jeden hügel,
der noch süden zagt
jeden sanften und jeden no so stalen.
letztendlich is es
ganz offen und frei - so wie der blick auffi
in die kronen
welche wölt wull ma segn,
wo z´sammen durchigehn
in welcher wölt wull ma wohnen.